Die Brücken von Riga

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LETA
Fünf Brücken führen über die Daugava – jede mit ihrer Geschichte und ihren eigenen Charakterzügen, die Berichte über die sie überquerenden und durchlebten Zeiten erhalten haben. In blauweißer Farbe erstrahlt nachts die Eisenbahnbrücke, die von allen die älteste ist. Um die Steinbrücke singt der böige Wind sein Lied, und die Salu-Brücke rühmt sich damit, die längste zu sein. Die sich am nördlichsten befindende Seil-Brücke blickt auf die an- und ablegenden Schiffe hinab und weiter Richtung Meer, während die neueste der Schwestern, die Süd-Brücke, noch ihrer Vollendung harrt.

Die im April 1914 eingeweihte Eisenbahnbrücke kam zu ihrem Schmuck im Jahr 2007 – ihre des Nachts beleuchteten Bögen kann man sehr gut schon aus einiger Entfernung sehen. Tagsüber hingegen hat man, wenn man über die Brücke fährt, aus dem Fenster der Züge einen herrlichen Blick auf das neue Gebäude der Lettischen Nationalbibliothek, das Schloss des Lichtes, das sich am linken Ufer der Daugava wie ein Eisberg gen Himmel erhebt. Stromabwärts, fast auf gleicher Höhe, kann man die bis heute erhaltenen Pfeiler der Zemgales-Brücke erkennen, die während des 2. Weltkrieges gesprengt und nicht wieder aufgebaut wurde.

Der Bau der mehr als einen halben Kilometer langen Steinbrücke begann im Jahr 1955, für den Verkehr wurde sie zwei Jahre später im Juli 1957 frei gegeben. Wenn man vom linken Daugavaufer kommend die Brücke überquert, gelangt man in die Altstadt. Direkt ihr gegenüber befinden sich das Schwarzhäupterhaus und das Okkupationsmuseum, und der Hahn der St. Petri-Kirtche begrüßt alle Rigenser und Gäste der Stadt. Die Brücke ist fußgängerfreundlich – auf beiden Seiten befindet sich ein drei Meter breiter Gehweg.  Im Herbst 2010 wurde die historische Beleuchtung der Brücke erneuert.

Die sich am nördlichsten und dem Meer am nahesten befindliche Seil- Brücke wurde im Juli 1981 eröffnet. Sie führt von einem Muster moderner Architektur – dem Hochhaus mit dem inspirierenden Namen „Sonnenstein“ („Saules akmens“) - bis zum Rigaer Schloss, wo der lettische  Staatspräsident residiert. Die Brücke ist bei Freunde extremer Gefühle beliebt: früher wurden sie von dem Gedanken verführt, auf die Kabel zu klettern oder mit dem Fahrrad auf dem Geländer der Brücke zu fahren, obwohl auf den Gehwegen am Rande genug Platz gewesen wäre. Aber Vorsicht! Diese Tätigkeiten sind verboten und werden mit einer Ordnungsstrafe belegt!

Die längste Brücke über die Daugava - die Salu-Brücke – wurde im Dezember 1976 eröffnet. Sie ist insgesamt 3,5 Kilometer lang und überquert den Kojusala-Graben, die Halbinsel Zvirgzdusala, die Daugava, die Insel Zaķusalu, die kleine Daugavu, die Insel Lucavsala und den Bieķengrāvis. Fährt man in Richtung Zentrum, sieht man auf der rechten Seite den Radio- und Fernsehturm, denn man bequem zu Fuß von der Bushaltestelle „Zaķusala“ aus erreichen kann. Betonen sollte man noch, dass für die Fußgänger ein extra Gehweg unterhalb des Niveaus der Fahrbahn vorgesehen ist.

Mit dem Bau des neuesten Gesichtszuges auf der Karte von Riga – der Südbrücke – wurde Mitte November 2004 begonnen. 2007 bekam sie ihre orangefarbenen Haltetaue, und seit 2008 kommt man über die Brücke von einem Ufer der Daugava zum anderen. Es gibt drei Fahrspuren, einen Radweg und einen Gehweg in jede Richtung s. Auf der linken Seite des Flusses kommt man durch kleine Straßen zur Auffahrt der Brücke – der Bau eines Zubringers steht noch bevor! Es ist geplant, dass die Bauarbeiten der Südbrücke im Jahr 2012 vollständig beendet sein werden.

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