Izbaudi Rīgu

Livländischer oder Matīss-Markt

Wenn man den Livländischen oder Matīss-Markt von der Brīvības iela aus kommend betritt, sind das erste, was einen Besucher begrüßt, die vielen Mannequin-Beine, die scheinbar einen Can Can tanzend ihre Strumpfhosen und halterlosen Strümpfe vorführen. Aber der erste Eindruck täuscht: hier passiert alles gemächlich und ohne großen Radau: In der Markthalle kann man sogar hören, wie sich das Lied der Kassenapparate mit dem rhythmischen Klang des Hackens des Fleisches vermischt. Hier liegen Zwiebeln und Knoblauchketten zum Verkauf aus und es riecht nach geräuchertem Fleisch.

Die Anfänge des Livländischen oder Matīss-Marktes muss man schon in den 70er Jahren des 19.Jahrhunderts an dem Ort suchen, an dem heute die Neue Gertruden-Kirche steht. Er entstand um den artesischen Brunnen oder die Große Pumpe herum, im Jahr 1902 zog er dann in die neuen Räume um – in zwei Pavillons und ein Verwaltungsgebäude an der Kreuzung der beiden Straßen Brīvības und Matīsa iela, wo er noch heute zu Hause ist.

Die Marktgebäude wurden im eklektizistischen Stil mit Überdeckungen aus Metall und geschmückten Dreiecksgiebeln errichtet. Im Fleischpavillon des Livländischen Marktes, der seit einiger Zeit bereits geschlossen ist, fand im Jahr 2009 eine Modenschau mit den neuesten Kollektionen von Studenten der Lettischen Kunstakademie statt, das Fleisch hingegen zog zu anderen Lebensmittelgruppen um – zu den marinierten Gurken und zum Sauerkraut (einzeln oder zusammen mit Karotten und Kümmel). Daneben findet man auch marinierte Kürbisstückchen, die wie nach einem Schiffsuntergang wie Trümmer in einem Gefäß treiben.