Wenn Sie gerne mit dem Fahrrad fahren, es Sie aus dem Gedränge der Stadt hinaus ins Grüne und an die frische Luft zieht und Sie dabei noch bedeutende kulturelle und historische Denkmaler sehen möchten, dann ist diese Route wie gemacht für Sie!
Die Route beginnt mitten im Herzen der Altstadt von Riga auf dem alten Marktplatz zwischen Rathaus und Schwarzhäupterhaus. Sie führt durch die engen Gassen der Altstadt zu der Zone der ehemaligen Befestigungswälle, die jetzt begrünt und entlang der gepflegten Landschaft am Kanal mit Fuß- und Fahrradwegen ausgestattet ist. Dann kommen wir in den Kronvald-Park, von wo aus man einen wundervollen Blick auf den Springbrunnen hat und der von einer Aura des geheimnisvollen durchweht wird - ursprünglich wurde der Park extra für die Belange deutscher Soldaten angelegt - dort befand sich auch eine Schiessanlage – und erst relativ spät für die Öffentlichkeit geöffnet. Wenn Sie den Park verlassen, kommen Sie ins Viertel der Jugendstilgebäude. Dessen Motto lautet: Kunst für alle und überall, ohne Grenzen – und tatsächlich, die Grenzen zwischen Bildhauerei und Architektur verschwinden. Die Jugendstilgebäude, reich verziert mit Figuren und Fantasiegestalten, schaffen die Atmosphäre eines Freilichtmuseums. In keiner anderen europäischen Stadt zeigt sich der Jugendstil in einem solchen Umfang und einer solchen Vielfältigkeit. Da 40 % der Gebäude des historischen Zentrums von Riga im Jugendstil gebaut wurden, wurde dieses im Jahr 1997 von der UNESCO als ein Gebäudekomplex, der am besten und im größten Umfang in Europa Architekturdenkmaler des Jugendstils oder „Art Noveau“ erhalten hat, in die Liste des Kulturerbes aufgenommen. Bei der Fahrt durch das neue Geschäftszentrum und das Eigenheimviertel gelangen Sie zu einem der bedeutendsten lettischen Kulturdenkmäler, dem Bruderfriedhof, der reich an Skulpturen und durchdachter Landschaftsarchitektur mit symbolischen Bedeutungen ist.
Endlich führt die Route dann auch durch Europas erstes grünes Villenviertel, das im Stil des „Art Deco“, des Jugendstiles und des Neoklassizismus bebaut wurde, in Rigas größten Park, den Waldpark (Mežapark). Dort können Sie eine Radtour in der frischen Kluft eines Kiefernwaldes genießen, im sich in der Nähe befindenden See bade, die Schaukeln ausprobieren, den Hügel der Frischverheirateten besichtigen oder die Freilichtbühne, auf der alle vier Jahre das Allgemeine Lettische Sänger- und Tanzfestival stattfindet – ein einmaliges und bedeutendes Folklorefestival, welches seit dem Jahr 1873 ausgerichtet wird. Wenn Sie möchten, können Sie auch dem Zoologischen Garten von Riga einen Besuch abstatten oder sich mit einer der Attraktionen die Zeit vertreiben, z. B. beim Rodeo oder mit den gossen Trampolins. Oder Sie wagen sich in den Hochseilgarten „Mežakaķis” („Wildkatze“) und klettern dort durch die Bäume.
Wenn Sie etwas erschöpft sind, begeben Sie sich einfach zum nächsten Bahnhof und fahren zurück ins Stadtzentrum. Und wenn der von ihnen für die Fahrradtour ausgewählte Tag auf einen Samstag oder Sonntag fällt, dann können Sie auch mit dem Schiff „Jelgava „ die Rückfahrt antreten. Aber bitte versichern Sie sich telefonisch im Voraus, dass an Bord genügend Plätze für Fahrräder zur Verfügung stehen (maximal erlaubte Anzahl von Fahrrädern: 2).
Ausdauernden Fahrradfahrern wird empfohlen, auch den Rückweg per Fahrrad anzutreten, um sich so noch ein paar Gebäude im Lettischen Nationalen Jugendstil und den Großen Friedhof, auf dem noch Handwerker- und Gildegrüfte aus dem 19. Jahrhundert erhalten geblieben sind, anzusehen.
1. Schwarzhäupterhaus |
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Das Versammlungs- und Gelagehaus der Schwarzhäupter – unverheiratete deutsche Kaufleute - aus dem 15. Jahrhundert. Als ihren Schutzpatron hatten sie den heiligen Mauritius erwählt, einen afrikanischen Mohren und Soldaten, der es abgelehnt hatte, mit den örtlichen Christen abzurechnen und dafür mit dem Tode bestraft wurde, woher auch der Name „Schwarzhäupter“ stammt. Das Fundament des Hauses wurde bereits im Jahr 1334 gelegt, aber ihr heutiges Aussehen, eine Mischung aus Manierismus und gotischen Elementen, erhielt die Fassade erst im 17. Jh. 1941 wurde das Haus bei Kämpfen, die die russischen Streitkräfte untereinander ausfochten – ein russischer Heeresteil, der vom rechten Daugavaufer kam, war irrtümlicherweise überzeugt, gegen deutsche Soldaten zu kämpfen -, völlig zerstört. Erst 1999 wurde es wieder aufgebaut. |
2.Pulvertornis |
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Der Pulverturm wurde um das Jahr 1330 als einer der Befestigungstürme errichtet. Seinen Namen erhielt er im 17. Jahrhundert, als sich von dort ein unerträglicher Rauch ausbreitete, der sich unter dem Donnern der Kanonen auf die ganze nähere Umgebung legte. Andere erzählen, dort wäre das Pulver aufbewahrt worden, was allerdings schwer zu glauben ist, denn damals war der Ort, an dem sich das Pulver befand, das größte militärische Geheimnis der Stadt. Derzeit befindet sich in dem Gebäude das Militärmuseum. |
3.Basteiberg |
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Der Basteiberg („Bastejkalns“) entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Wälle der Stadtfestigung, die teilweise eine Höhe von 4 Metern erreichten, geschliffen wurden und begrünte Boulevards und Zonen entstanden. |
4.-5.Alberta iela 13, 12 |
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Haus Nr. 13 (1904) - ein Muster für den dekorativen Jugendstil. Es wurde gebaut nach einem Entwurf von M. Eisenstein, dem Meister des dekorativen Jugendstils. Allerdings ist sein Sohn noch bekannter – Sergej Eisenstein, der berühmte sowjetische Filmregisseur. Haus Nr. 12 (1903) wurde im Stil des Nationalen Romantischen Jugendstils gebaut , in seinen ornamentalen Reliefs sind stilisierte Motive aus der heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu sehen – Tannennadeln, Tannenzapfen und Eichhörnchen – und der Turm setzt einen Akzent an der Straßenecke. Derzeit ist in dem Haus das Jugendstilmuseum untergebracht. |
6.Jugendstil - Alberta iela 4 |
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Eines der herausragendsten Muster des dekorativen Jugendstils mit vielen Symbolen und einer ungewöhnlichen Fassadenplanung, gebaut nach einem Entwurf von M. Eisenstein. Die Mansarde wird über dem Sims von drei Medusenköpfen mit zum Schrei geöffneten Mündern verziert. Die Risalite an der Seite werden von Löwenfiguren gekrönt, die Sicherheit und Wachsamkeit symbolisieren. Die Fensterzeilen im zentralen Teil der Fassade wurden in einer ungewöhnlichen Konfiguration gebildet. Im ersten Stock erinnert sie an den Buchstaben „T“, im dritten Stock an ein Schlüsselloch, während sie im zweiten Stock zu einem verbundenen großen Oval zusammenfließt.. |
7.Bruderfriedhof |
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Auf dem Friedhof liegen hauptsächlich Gefallene aus dem 1. Weltkrieg und den Lettischen Freiheitskämpfen (1914 -1921) begraben, die landschaftliche Planung wurde im Jahr 1914 erstellt – noch vor Beginn der Kriegshandlung auf dem Territorium Lettland. Der Friedhof wurde allerdings in den Jahren 1923 bis 1936 nach einem Entwurf des Architekten K. Zāle angelegt, aus dieser Zeit stammen auch die Skulpturen. Das Friedhoftor ziert das lettische Wappen und zwei Skulpturengruppen altertümlicher lettischer Krieger. Wenn man durch das Tor geht, öffnet sich das Blickfeld auf die Lindenallee (die Linde ist in der lettischen Folklore das Symbol der Frau) – ein sowjetischer Weg, der zur Heldenterasse mit dem Eichenhain – die Eiche ist das Symbol des Mutes und beschützt die Soldaten - und zu dem Altar mit dem ewigen Feuer führt. Vor dort hat man einen Blick über das Gräberfeld, das von der Figur der Mutter Lettland zusammen mit ihren gefallenen Söhnen und der Lettischen Wand abgeschlossen wird. |
8. Ādele |
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Auf dem Hügel steht ein zweistöckiges Wohnhaus, das aufgrund seines reichen, im Stil des Eklektizismus gehaltenen architektonischen Dekors, der komplizierten Struktur mit einem Turm und der Verwendung von Fachwerkelementen hervorsticht. Es war immer geheimnisvoll und unzugänglich. Gebaut wurde es für den reichen Industriellen H. Petersens, in der Sowjetzeit wurde es als gesperrtes, bewachtes, eingezäuntes Armeequartier für führende Personen der Armee und deren Gäste genutzt. Dort lebte für eine lange Zeit General Hovhannes Bagramyan, der Kommandeur des baltischen Wehrbereichs der Sowjetstreitkräfte. Derzeit residiert dort der Deutsche Botschafter. |
9.Ķīšezers, Obelisk der Soldaten der Sowjetarmee |
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Am See befindet sich eine Erholungsstätte mit Badeplatz und Schaukeln. Die durchschnittliche Tiefe des Sees beträgt 4,2 Meter. Dort leben Hechte, Aale, Barsche aber auch Welse, die zweitgrößte Süßwasserfische in Europa. Auf einer hohen Düne steht ein Obelisk zu Ehren der sowjetischen Soldaten, die am 12. Oktober 1912 mit einem Unterseeboot – einem Amphibienfahrzeug – am Ufer des Ķīšezers landeten, um den Kampf um Riga zu beginnen. Heute sind die Historiker allerdings der Meinung, dass die Sowjetarmee in ein schon aufgegebenes Riga einzog und es keine Kämpfe gegeben hat. |
10.Hügel der Frischverheirateten |
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KAuf dem Hügel kann man die Familien-Rhododendren (verschiedene Sorten) sehen, die Frischverheiratete dort eingepflanzt haben. Im Hügel selbst wurden Flaschen mit Liebesversprechen, begangenen Sünden und anderen Botschaften vergraben. Die Tradition ist noch ziemlich jung, sie wird erst seit dem Jahr 2007 gepflegt. |
11Freilichtbühne im Mežaparks |
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Die im Jahr 1955 gebaute Freilichtbühne bietet bei den Allgemeinen Lettischen Sänger- und Tanzfestivals, die acht Tage dauern und in deren Rahmen die besten Chöre und Tanzgruppen nationale Lieder und Tänze interpretieren, Platz für circa 30.600 Teilnehmer und 150.000 Besucher. Die Tradition ist bereits 146 Jahre alt, und sie ist ein bedeutendes Element für die Einheit des Volkes. |
12.Visbijas Prospekt 7 (1913, Wilhelm Bockslaff) |
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Das zweistöckige Einfamilienhaus weist das typische Design des Klassizismus auf: im Zentrum ein symmetrisch angelegter Eingang, ein Balkon, der von Säulen geschmückt wird, klassische Gesimse, Fensterumrandungen und ein symmetrisch angeordneter Grundriss. Das schillerndste Muster für Neoklassizismus im Mežapark ist das Gebäude von E. Švarcs. Dort lebte der Dermato-Venerologe, Gründer des „Weißen Kreuzes“, und Dekan der Medizinischen Fakultät der Lettischen Universität, Pēteris Sniķeris. |
13Großer Friedhof |
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Der Friedhof wurde im Jahr 1772 gegründet, ursprünglich wurden dort die Opfer der Pest begraben. Anfang des 19. Jahrhunderts begann in großem Maßstab auch der Bau von ausgedehnten Grabstätten und Grüften sowohl für die individuelle Nutzung als auch für die Nutzung durch Familien und Zünften. In deren Kellern wurden die Verschiedenen aufgebahrt, während die oberirdischen Teile von künstlerisch gestalteten Portalen verziert wurden. Die älteren Grüfte wurden im Barockstil, die jüngeren im Stil des Klassizismus gebaut. In dem Park liegen viele Personen des öffentlichen Lebens und Kulturschaffende begraben. Nahe der Klusās iela kann man auch dass vor einigen Jahren eingerichtete Büro der Mutter Erde sehen, eine im Boden eingegrabene Glaskonstruktion, in deren Tiefen ein Büro mit einem Computer als Denkmal für all diejenigen Gräber, die man nicht mehr finden kann oder die aufgrund von Vandalismus zerstört wurden, erkennen kann. |
14. Kr. Valdemāra 18 – ein Muster des Nationalen Jugendstils |
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Das Gebäude ist ein eigentümliches Muster der Nationalen Romantik. Im Großen und Ganzen hat man in der zurückhaltenden Fassadearchitektur durch die Anwendung natürlicher Stoffe in verschiedenen Tonalitäten eine ausdrucksvolle Farbenfreudigkeit erreicht. Ähnlich vielen anderen Bauten von A. Malvess umfassen die stark vorgeschobenen Dächer auch Giebel, die von Erkern gekrönt werden. |
15. Freiheitsdenkmal |
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Errichtet im Jahr 1935 nach einem Entwurf von K. Zāle symbolisiert es die Ausrufung der Unabhängigkeit Lettlands am 18. November 1918. Das Denkmal besitzt vier Skulpturengruppen, die die Grundlagen des Wohlstandes des Volkes darstellen: Arbeit, Kultur, Familie und der Wächter des Vaterlandes. In 49 Meter Höhe verwandelt sich der Obelisk in die Freiheit, die drei Sterne in den Händen hält, die die Einheit der damaligen drei lettischen Regionen – Kurland, Livland und Lettgallen – symbolisieren soll. |
| ZUSÄTZLICHE OBJEKTE | |
1. Rigas Zoologischer Garten |
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Der größte und älteste (1907) zoologische Garten des Baltikums präsentiert auf einer Fläche von 22 Hektar eine Sammlung von 3000 Tieren aus 405 Arten (ohne Insekten und andere wirbellose Tiere), darunter afrikanische Strauße, Tiger, kleine Pandas und Galapagosschildkröten. Fahrräder können unentgeltlich vor dem Eingang des Zoo abgestellt werden. Öffnungszeiten: 10.00 - 19.00 (Kassenöffnungszeiten: 10.00 - 18.00 Uhr), Eintrittspreise: 4 LVL für Erwachsene, 3 LVL für Stundenten, Kinder (4 – 18 Jahre) und Rentner (bis 70 Jahren). Zusätzliche Informationen: http://rigazoo.lv/public/. |
2. Hochseilgarten Mežakaķis |
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Der Hochseilgarten ‚Wildkatze“(„Mežakaķis“) ist ein Abenteuerpark, in dem Kinder und Erwachsene über Trossen durch die Bäume klettern und verschiedene Hindernisse überwinden können. Zusätzliche Informationen http://www.kakiskalns.lv/mezakakis_riga_mezaparka/
Tel.: +371 67976886, Eintrittspreise: 12 LVL für Erwachsene, 6,50 LVL für Kinder (bis einschließlich 17 Jahren). |
3.Attraktionen im Mežapark |
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ADer Mežapark bietet Trampolins, Rodeo und andere Attraktionen. |