Izbaudi Rīgu

Rigaer Brüderfriedhof

Der Brüderfriedhof in Riga ist Lettlands bedeutendste und größte Gedenkstätte. Er ist den Soldaten gewidmet, die im 1. Weltkrieg und den Lettischen Befreiungskämpfen (1915 – 1920) gefallen sind. Auf dem Friedhof liegen circa 2000 Helden begraben, darunter 200 unbekannte Soldaten.

Der Brüderfriedhof befindet sich im Nordosten von Riga – 5 km vom Stadtzentrum entfernt - und umfasst eine Fläche von 9 Hektar. Der Brüderfriedhof wurde im Zeitraum von 1915 bis 1936 angelegt. Die Gedenkstätte ist mit ihrer tiefen künstlerischen Bedeutung und der damit ausgedrückten Idee ein lettischer Nationalstolz. Es war das erste Ensemble dieser Art in Europa, Autor war der Bildhauer Kārlis Zāle.

Die Gedenkstätte Brüderfriedhof besteht aus drei Teilen: dem Weg der Besinnung mit dem 205 Meter langen Lindentor, der Heldenterasse mit dem Altar des Ewigen Feuers sowie dem Eichenhain und dem Gräberfeld, das von der Lettischen Mauer und der das Ensemble krönenden Skulpturengruppe, der Mutter mit ihren gefallenen Söhnen (auch „Mutter Lettland“ genannt), abgeschlossen wird.

Die Landschaft des Ensembles, die skulpturalen Figuren und die architektonische Sprache legen Zeugnis ab von dem Dank, den das Volk für seine gefallenen Helden empfindet. Die Gegenwärtigkeit des Volkes äußert sich sowohl in der Landschaft, die charakteristische Elemente der lettischen Landschaft, der Bauernhöfe und der Folklore – Linden, Eichen, Hagebutten u. a. – ausnutzt, als auch durch die Bildhauerkunst, die heroisierte, altlettische Kriegerfiguren in das Ensemble einbringt und diese mit einer Heraldik ergänzt, die Lettlands administrative Aufteilung des Jahres 1936 widerspiegelt: vier Staatsregionen – Kurland, Semgallen, Livland und Lettgallen – 19 Kreise und 59 Städte. Die Urne unterhalb der Figur der Mutter Lettland enthält 517 Bodenproben, eine aus jeder lettischen Gemeinde. Auch wurden beim Bau Tuffsteine verwendet, die aus der Tiefe des lettischen Bodens stammen.

Auf dem Brüderfriedhof befinden sich 14 Figurengruppen. Das Eingangstor wird von zwei Paaren „Trauernder Reiter“ geschmückt. Über ihnen thront das große Wappen von Lettland, zwei Kreuze und die Jahreszahlen „1915 - 1920” (während der Sowjetzeit zerstört). An den Seiten des Gräberfeldes befinden sich zwei Gruppen „Verwundeter Reiter“ der Tod hat scheinbar die Kräfte der altertümlichen Krieger erschöpft, aber die Pferde, in denen übernatürliche Kräfte schlummern, versuchen, sie ins Leben zurückzuholen. Auf der zentralen Grünfläche des Gräberfeldes stehen die zwei Brüder, ihnen zu Füßen die Ruhestätte von K. Zāle. Am reichsten ist die Lettische Wand mit Skulpturen versehen. Vier kniende Figuren symbolisieren die vier Regionen Lettlands. Über ihnen, im oberen Teil der Wand, befindet sich ein Schlachtenmotiv, an dem in einer seltsamen Vision die Gestalten früher Krieger vorbei gleiten. Den Abschluss des zentralen Teiles der Lettischen Wand bildet die Figur der Mutter Lettland, die die Trauer des Volkes und ihren Dank an die gefallen Helden ausdrückt. Darunter befindet ich ein großes Kreuz (während der Sowjetzeit zerstört). Beim unvollendeten Schützentor steht die Skulptur „Ahnen“.