Die Dynamik der Wirtschaftszweige in Riga in den vergangenen zehn Jahren fiel äußerst unterschiedlich aus. Vor 15 Jahren war der größte Wirtschaftszweig der Hauptstadt noch die verarbeitende Industrie, sie trug 15 % zur Wertschöpfung der Stadt bei. In den folgenden Jahren entwickelte sich die verarbeitende Industrie, wie überall im Land, langsamer als andere Branchen. Im Jahr 2007 hatte sich ihr Anteil auf 8,7 % verringert. In Rigas Blütezeit in den Jahren 2004 bis 2007 war eine besondere rasche Entwicklung bei den Branchen des Binnenmarktes zu beobachten: Handel, Bauwesen und kommerzielle Dienstleistungen, diese Branchen vereinigten im Jahr 2007 52 % der Wertschöpfung der Stadt auf sich. Der wirtschaftliche Abschwung führte zur Korrekturen in der Branchenstruktur der Hauptstadt. Die Aktivitäten auf den Binnenmarktbranchen brachen ein, besonders bei Handel und Bauwesen, der Anteil dieser beiden Wirtschaftszweige an der Wertschöpfung der Stadt sank innerhalb von zwei Jahren um 6,5 Prozentpunkte. Obwohl der Anteil der Industrie bisher nicht gestiegen ist, kann Lettlands wirtschaftliche Umorientierung auf die Herstellung von exportfähigen Produkten in den kommenden Jahren die Bedeutung dieser Branche auch in der wirtschaftlichen Struktur von Riga steigern. In den letzten zwei Jahren konnte auch das Verkehrswesen seinen Anteil innerhalb der Branchenstruktur der Stadt erhöhen.

Kommerzielle Dienstleistungen
Die wirtschaftlichen Aktivitäten innerhalb des größten Wirtschaftszweiges der Stadt– Transaktionen mit Immobilien, Vermietung und kommerzielle Dienstleistungen haben sich im Jahr 2009 nicht verringert, vor dem Hintergrund der allgemeinen Krise konnte diese Branche ihren Anteil sogar wesentlich vergrößern und machte 24 % der Wertschöpfung der Stadt aus. Den größten Anteil an der Wertschöpfung dieser Branche, knapp 60 %, stellen Aktivitäten dar, die mit Immobilientransaktionen verbunden sind. Obwohl eine signifikante Senkung der Immobilienpreise und eine deutliche Verringerung der Transaktionen in diesem Bereich zu beobachten war, hat sich die Wertschöpfung der Teilsektoren in den letzten Jahren nicht verändert. In dieser Branche wird neben Immobilientransaktionen auch ein ganzes Spektrum von zusätzlichen kommerziellen Dienstleistungen angeboten: Leasing von Fahrzeugen, Maschinen und Anlagen, IT-Leistungen, Studien etc.
Industrie
Im Jahr 2009 war ein Einbrauch bei der Produktion der verarbeitenden Industrie zu verzeichnen. Die Industrie der Stadt stellte Produkte im Wert von 1,1 Milliarden LVL her, was einen Rückgang um 30 % (in faktischen Preisen) im Vergleich zum Vorjahr bedeutete. Auch wenn man eine Senkung der Preise um 4,7 % berücksichtigt, war der Einbruch bei der Produktion mit 25 % innerhalb eines Jahres immer noch erheblich. Rigas Anteil an der gesamten Produktion der lettischen verarbeitenden Industrie hat sich von 43 % im Jahr 2008 auf 41 % im Jahr 2009 verringert. Circa 50 % der in Riga erzeugten Industrieprodukte gehen als Exporte ins Ausland.
Handel
Der Anteil des Handels innerhalb der Branchenstruktur der Stadt verringerte sich in den letzten zwei Jahren um 4,5 %. Dennoch ist der Handel (Großhandel, Einzelhandel und Reparatur von Haushaltsgeräten) derzeit noch immer der zweitgrößte Wirtschaftszweig der Stadt, der mit knapp 19 % zur Wertschöpfung der Stadt beiträgt und an die 88.000 Menschen (22 % aller Beschäftigten) beschäftigt.
Das Material wurde in Zusammenarbeit mit dem Referat für Stadtentwicklung des Rigaer Stadtrates und www.investinriga.com zusammengestellt.