Das Abschlusskonzert der 20. Konzertsaison markiert einen Wendepunkt in der kreativen Biografie der „Sinfonietta Rīga“, da Normunds Šnē zum letzten Mal als künstlerischer Leiter vor seinem Orchester stehen wird. Šnē ist einer jener weitsichtigen Künstler, die es als ihre wichtige Mission betrachten, neue Werke zu initiieren und die Musik ihrer Zeitgenossen und der lettischen Musik aufzuführen. Dies bestätigt auch dieses besondere Programm, in dem unter der Leitung von Šnē ein neues Werk von Krists Auznieks unter den Dutzenden derzeit kreativ aktiver Komponisten der neuen Generation in Lettland uraufgeführt wird.
Den Höhepunkt des Konzerts der Jubiläumssaison bildet Franz Schuberts Neunte Symphonie, die auch als "die Große" bezeichnet wird und voller romantischer Schwungkraft, bewegender Lyrik und beschwingter Freude ist. Es ist nur logisch, dass Šnē in dieses Konzertprogramm auch Pēteris Vasks Fantasie für Violine und Streichinstrumente Vox amoris aufgenommen hat, die von ewiger Liebe handelt. Ihr Schöpfer ist nicht nur der diesjährige Jubilar, sondern auch ein langjähriger Geistesverwandter des Dirigenten und seines Kammerorchesters. Ebenso verbinden die Musiker des Orchesters, Šnē und Vasks mit dem Gastsolisten dieses Konzerts - dem expressiven belgischen Geiger Marc Bouchkov - die Fäden einer kreativen Zusammenarbeit, die sich über die Zeit bewährt hat.