Die Zeit ist kein gleichmäßiger Fluss – sie ist ein Netz aus Strömungen, die gleichzeitig vorwärts und rückwärts fließen, Spuren hinterlassen, diese dann wieder auslöschen und dazu zwingen, von vorne zu beginnen. Genau so erhält das Motto des Festivals "Wir leben in anderen Zeiten" eine konkrete Bedeutung: In einem Konzert koexistieren verschiedene Generationen, verschiedene Tempi und unterschiedliche Zeitempfindungen.
Einer der bemerkenswertesten Pianisten Lettlands, Reinis Zariņš, wird ein Soloprogramm mit neuen lettischen Werken und Klavierstücken aus den nordischen Ländern aufführen.
Im Mittelpunkt des Programms stehen zwei neue Werke, die speziell für dieses Konzert in Auftrag gegeben wurden und verschiedene Generationen auf anschauliche Weise hervorheben.
Die nordische Dimension wird durch Madlēna Isaksons Klavierstück Écrits sur l'eau ("Schriften auf dem Wasser") in das Programm eingebracht – Musik über Spuren, die für einen Moment erscheinen und dann sofort wieder verschwinden.
Das Programm umfasst auch Musik anderer baltischer Komponisten, die die Landkarte des Flusses der Zeit mit unterschiedlichen Perspektiven auf die Erfahrungen der Gegenwart erweitern.