Dies ist die erste derart umfassende Übersicht über die künstlerische Zeichnung in Lettland, die einen Einblick in diese alte grafische Technik als eigenständige Form des kreativen Selbstausdrucks sowie in die Künstler bietet, in deren Schaffen die Zeichnung einen besonderen Platz einnimmt.
Das Ausstellungskonzept beruht auf der Beziehung zwischen Zeichnen und Denken, wobei die Fähigkeit der Zeichnung, eine empathische Erfahrung zu vermitteln, hervorgehoben wird und der Betrachter dazu angeregt wird, sich der Gedankenwelt des Künstlers anzunähern.
In der Ausstellung sind 97 Künstler verschiedener Generationen vertreten - angefangen bei Johann Christoph Brotze und Vertretern der klassischen Kunst über Koryphäen der zeitgenössischen Kunst bis hin zu Künstlern, die in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts geboren wurden. Der breite chronologische Zeitrahmen ermöglicht es, anhand der persönlichen und fragilen Zeichentechnik die Entwicklung der lettischen Kunst bis in die Gegenwart nachzuverfolgen. Die Zeichnung ist heute ein sehr aktuelles Medium, und trotz der rasanten Fortschritte der digitalen Technologien schätzen viele Künstler das analoge Zeichnen nach wie vor sehr - ein direktes und taktiles Ausdrucksmittel, das eng mit der Materialität, der Handbewegung und dem Maßstab des Körpers verbunden ist.