Die Ausstellung ist der im vergangenen Jahr verstorbenen Ärztin Ilze Aizsilniece (1966–2025) gewidmet. Sie setzt den von ihr begonnenen Dialog über die Bedeutung von Emotionen im Leben des Menschen fort und lädt dazu ein, diese durch das Prisma von Kunst, Wissenschaft, Medizin und persönlicher Erfahrung zu betrachten.
Emotionen beeinflussen unsere Entscheidungen, unsere Beziehungen, unsere körperliche und psychische Gesundheit sowie unsere Fähigkeit, mit anderen und mit uns selbst im Einklang zu leben. Sie bestimmen auch, wie wir die Welt wahrnehmen und Entscheidungen treffen. Die Kunst wird in diesem Projekt zu einer Möglichkeit, Emotionen zu erleben, zu erkennen und zu verstehen.
"Es fällt oft schwer, direkt über Emotionen zu sprechen. Die Kunst nähert sich ihnen auf andere Weise - noch vor den Worten - und hilft uns dabei, das zu erkennen, was wir uns nicht immer eingestehen oder in Worte fassen können. Emotionen sind unsere Reaktion auf das Geschehen in der Welt, daher ist es besonders wichtig, sie erkennen, verstehen, akzeptieren und steuern zu können", sagen die Kuratorinnen der Ausstellung, Una Meistere und Daiga Rudzāte.
Die Ausstellung umfasst Werke von 28 lettischen Künstlern. Im Mittelpunkt stehen dabei die sechs sogenannten Grundemotionen - Angst, Wut, Freude, Traurigkeit, Ekel und Überraschung -, die gemäß der Theorie des weltbekannten amerikanischen Psychologen Paul Ekman als universell und für die menschliche Evolution von Bedeutung gelten.
Gleichzeitig ist in der Kleinen Halle die Ausstellung „Person mit dem Nachnamen Universum“ von Jelena Glazova zu sehen. Jelena Glazova ist eine in Riga lebende Dichterin und interdisziplinäre Künstlerin. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Sprache, Bild und Klang und untersucht, wie diese Elemente Wahrnehmung und Bedeutung prägen. Sie experimentiert mit Text, Bild und Klang, um traditionelle Interpretationsweisen in Frage zu stellen. Ein zentraler Bestandteil ihrer Klangkunst ist die menschliche Stimme.