Die Ausstellung präsentiert Riga durch das Objektiv einer „Slit-Scan“-Kamera.
Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Kamera, die einen einzelnen Moment aufzeichnet, erzeugt die "Slit-Scan"-Kamera Bilder linear - ähnlich wie der Scanner eines Kopierers - und folgt dabei einer anderen Logik von Zeit und Raum. Das Ergebnis ist eine Serie surrealer und vielschichtiger Bilder, in denen sich Zeit, Bewegung und Wahrnehmung miteinander verflechten.
Als Ergebnis seiner Recherchen zur "Slit-Scan"-Technik hat Rogier Arent einen Film, ein Buch und eine partizipative Installation geschaffen. Bei der Installation handelt es sich um eine vom Künstler selbst gebaute "Slit-Scan"-Kamera, die es den Besuchern ermöglicht, sowohl die Funktionsweise dieser Technik auszuprobieren als auch ihre eigenen Porträts zur Sammlung der Ausstellung hinzuzufügen.
Im Film und im Buch gleitet Rogiers Blick über Riga, während er mit der Straßenbahnlinie 1 fährt und die Landschaft von Imanta bis Jugla dokumentiert. Die Bilder offenbaren die Dynamik des modernen Lebens - Menschen, Autos, Straßen und Gebäude -, während die Geschwindigkeit der Straßenbahn die Wahrnehmung von Zeit und Raum prägt und die Bilder dabei sowohl streckt als auch verdichtet. Die Zeit im Film entgleitet der Synchronität: Die Landschaft scheint sowohl vorwärts als auch rückwärts zu gleiten, und die Menschen laufen zeitweise scheinbar rückwärts - der "Slit-Scan" wird zu einer Choreografie von Raum und Zeit.