Im Jahr 2011 wurde zum ersten Mal in der Geschichte Lettlands das Parlament – die Saeima – aufgelöst. Der Beschluss stieß in der Öffentlichkeit auf begeisterte Zustimmung. Präsident Valdis Zatlers, dessen Ernennung angeblich von Oligarchen in einem Zoo ausgeheckt worden war, wurde zum Nationalhelden, und die nach ihm benannte Partei nahm an den Wahlen teil.
Was waren die tatsächlichen Folgen des Dekrets des Präsidenten? Der von der Volkspartei gewählte Präsident präsentierte sich als Kämpfer gegen drei Oligarchen. Gleichzeitig führte er eine neue Generation in die lettische Politik ein. Die nach dem Dekret gegründete Zatlers-Reformpartei brachte Personen ins Spiel, die heute im Wesentlichen alle höchsten Ämter des Landes bekleiden – vom Präsidenten bis zum Bürgermeister von Riga. Die Machthaber werden oft ironisch als „Zatleristen“ bezeichnet.
Wurden die Oligarchen aus der lettischen Politik verdrängt, oder haben sie sich im Gegenteil zum ersten Mal entschlossen, sich zusammenzuschließen, um ihre wirtschaftlichen Interessen zu stärken? Die großen Medien des Landes gerieten in direkte Abhängigkeit von den Oligarchen, es kam zu lautstarken Korruptionsskandalen, zu machiavellistischen Manövern um staatliche Ämter und schließlich zur Aufnahme der pro-russischen Partei „Harmoniezentrum“ in die Regierung. Waren das die wahren Folgen?
Jemand, der Einblick in den Prozess hatte, soll bemerkt haben: „Wir schreiben Geschichte.“ Wie sieht es also fünfzehn Jahre später aus? Hat Zatlers das Lob verdient, das ihm zuteilwurde, oder war die Auflösung der Saeima ein politischer Trick, um das Präsidentenamt zu behalten? Wie immer gibt es mehr Fragen als Antworten.
Aufführung in lettischer Sprache mit englischen Übertiteln.
Dokumentarischer Thriller.
Drehbuch: Matīss Gricmanis.
Regie: Valters Sīlis.