Der bei den lettischen Zuhörern besonders geschätzte Pianist Reinis Zariņš besitzt die Fähigkeit, in das tiefste Wesen der Dinge einzutauchen und die Sprache der Schönheit und Wahrhaftigkeit zu sprechen. Er entführt den Zuhörer in seine ganz eigene Welt des Klangs – nicht durch äußerlich schillernde Virtuosität, sondern durch die Tiefe und Vielschichtigkeit seiner Gedanken. Ähnliches zeichnete einst auch den Komponisten und Pianisten Pēteris Plakidis aus, der sowohl als hervorragender Interpret seiner eigenen Werke als auch als eigenwilliger Interpret klassischer Musik und der Musik seiner Zeitgenossen bekannt war. Als Meilenstein einer ganzen Epoche in der lettischen Musik nimmt auch das Meisterwerk aus seiner Jugend – „Musik für Klavier, Streicher und Pauken“ – einen besonderen Platz ein.
Ein vielseitiges Talent war auch der deutsche Romantiker Robert Schumann, dessen Klavierkonzert den Höhepunkt seiner kreativen Schaffenskraft darstellt. Entstanden noch vor der lang ersehnten Hochzeit mit Clara Wieck, der die Ehre zuteilwurde, das Werk als Erste aufzuführen, erhielt dieses von Liebe durchdrungene Musikstück seine endgültige Fassung kurz nach dem Besuch des Ehepaars Schumann in Riga. Auch den finnischen Klassiker Jean Sibelius führte seine Konzertreise einst in diese Küstenmetropole, dessen bildreiches Werk "Pelléas und Mélisande" auf Motiven des Stücks des belgischen Symbolisten Maurice Maeterlinck basiert. In diesem Programm wurden die musikalischen Interpretationen der berühmten Reisenden dem in den Konzertsälen der Welt erfahrenen lettischen Dirigenten Andris Poga anvertraut.