Izbaudi Rīgu

Großer Christopherus

Wie die Legende zu berichten weiß, lebte am Ufer der Daugava einst ein überaus kräftiger Mann, der als Fährmann arbeitete. In einer dunklen Nacht kam ein junger Knabe zu ihm und bat ihn, ihn über das Wasser zu tragen. Obwohl ein Gewitter im Anzug war, konnte der Mann dem Kleinen den Wunsch nicht abschlagen, nahm ihn auf die Schultern und trug ihn. Auf halber Strecke wurde die Last immer schwerer, so dass der starke Mann nur mit Mühe das andere Ufer erreichte. Mit letzter Kraft setzte er den Knaben am Ufer ab, und es zeigte sich, dass er das Christuskind war, weswegen der Träger den Namen Christopherus erhielt. Heute kann die Statue des großen Christopherus das Ufer der Daugava überblicken.

Die Legende vom Großen Christopherus, die von Mund zu Mund weitererzählt wurde, erfuhr verschiedene Änderungen und bewahrte bis heute verschiedene Interpretationen. Es wird berichtet, er hätte für seine Dienste einen Haufen Geld bekommen, mit dem er ganz Riga gekauft hätte, denn Riga wäre so klein gewesen, dass ein Wolf hätte durchlaufen können. Aber dass, was man sicher weiß, ist der Fakt, dass um das Jahr 1510 herum in Riga am Ufer der Daugava eine Holzstatue auftauchte – der Große Christopherus, ein großer Mann, auf dessen Schultern ein kleiner Junge saß und der in den Händen eine Laterne und einen langen Stab trug.

Seinerzeit war die Staue bei den Rigensern sehr beliebt, sie besuchten den Großen Christopherus häufig, schmückten ihn mit Bändern und Blumenkränzen, zündeten beim ihm Kerzen an und baten ihm um Schutz vor allem Bösen. Die Menschen ehrten diese Figur unabhängig ihrer Konfession, was ihm half, die Jahrhunderte zu überstehen. Im Moment befindet er sich im Museum für Rigaer Stadtgeschichte und Schifffahrt, während am Ufer der Daugava eine Kopie steht. Heute ist der Große Christopherus besonders bei den Leuten vom Film sehr beliebt, denn der Große Christopherus ist ein bedeutender lettischer Filmpreis, der alle zwei Jahre neue Besitzer findet.