Izbaudi Rīgu

Denkmal für Rainis

Der Dichter und Dramaturg Rainis (1865-1929) war einer der bedeutendsten Literaten Lettlands, der auch politisch und innerhalb der Gesellschaft aktiv war. Das Denkmal für Rainis erhebt sich im Zentrum von Riga im Stadtpark Esplanade, wo am Geburtstag von Rainis, am 11. September, traditionell eine Veranstaltung im Rahmen der Tage der Poesie stattfindet.

Rainis (mit richtigem Namen Jānis Pliekšāns) erhielt seine Ausbildung in Riga am Deutschen Gymnasium und an der Universität St. Petersburg, er arbeitete bei der Rigaer Zeitung „Dienas Lapa“. Unter Rainis’ wichtigsten Werken sind die lettischen Übersetzungen von Goethes „Faust“, Shakespeares „King Lear“, Schillers „Maria Stuart“ und Byrons „Kain“ zu nennen.

Rainis nahm aktiv an den Ereignissen der Revolution im Jahr 1905 teil, und Rainis’ zweiter Gedichtsband „Vētras sēja“ („Das Gesicht des Sturmes“) ist eine der anschaulichsten, den Geschehnissen des Jahres 1905 gewidmeten Sammlungen der lettischen Literatur. In dieser Zeit entstand auch das symbolträchtige Drama „Uguns un nakts“ (‚Feuer und Nacht“). Aufgrund er politischen Situation emigrierte Rainis zusammen mit seiner Lebensgefährtin Aspazija in die Schweiz, wo seine brillanten Stücke „Zelta zirgs“ („Goldenes Pferd“), „Indulis un Ārija“ und „Spēlēju, dancoju“ („Ich spiele, ich tanze“) entstanden, die mit Hilfe folkloristischer Figuren die Einheit des Volkes und den Unabhängigkeitskampf beschwören, aber auch über die Freiheit und Ethik des Menschen diskutieren.

Im Jahr 1920 kehrte Rainis nach Lettland zurück und wurde für die Sozialdemokratische Partie in die verfassungsgebende Versammlung und die Saeima, das lettische Parlament, gewählt. Rainis war Mitbegründer des Dailes Theaters und dessen erster Direktor, Direktor des Nationaltheaters und Bildungsminister.

Rainis hat auch mehrere Gedichtsbände für Kinder geschrieben, die zu Klassikern wurden.

Rainis’ gesammelte Werke wurden mehrere Male zu verschiedenen Zeiten herausgegeben, und viele bedeutende lettische Literaturwissenschaftler haben sich seit den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts mit seinem Werk befasst.