In dem künstlerischen Milieu, in das Māra Vaičunas eintrat – insbesondere in der Malerei, wo ideelle Bedeutung und Figuralismus den höchsten und vollendeten Ausdruck des Gedankens darstellten –, fanden ihre Werke keinen Platz. Die Formen, die die Gravitation überwunden hatten, befanden sich dort, wo der Körper keine Erfahrung mehr hatte, und das war bereits ein Dialog jenseits der offiziellen Sprache.
Māra Vaičunas (1949-2019) schloss 1976 ihr Studium in der Abteilung für Keramik der Lettischen Kunstakademie mit einer Abschlussarbeit ab - einem keramischen Wandbild für das Milchkombinat in Valmiera. Nach ihrem Abschluss an der Akademie arbeitete sie nicht mehr im Bereich der Keramik, da ihr ursprüngliches Ziel die Malerei war. Seit 1977 beteiligte sich die Künstlerin an Ausstellungen.
Zu den an dieser Ausstellung vertretenen Künstlern gehören Felicita Pauļuka (1925-2014), Līvija Endzelīna (1927-2008), Baiba Vegere (1948), Antonija Lutere (1946), Inga Meldere (1979), Amanda Ziemele (1990) und Georgs Šēnbergs (1915-1989), sie sind kreative Gleichgesinnte, die den Dialog mit und über Māra Vaičunas erweitern. Indem man die Künstlerin in diesen Kontext einordnet, anstatt sie für sich allein zu lassen, findet das Gemalte ein passendes Umfeld, in dem es sich gut anfühlt, abseits des Großstadttrubels.