Izbaudi Rīgu

Winter

Die nasse Kälte verlangt das Ihre- die lettischen Wintergerichte sind sättigend und mit ihrem eigenen Charakter. Am besten erwärmend sind einfache und herzhafte Gerichte, die aus selbsgezüchtetem Gemüse und Getreide zubereitet sind. Jahrhundertelang sind hier Rüben und Roggen gewachsen, weshalb der Geschmack dieser Gerichte jeden Letten an sein Zuhause erinnert. Und Vogelbeeren? Sie sind schön und etwas bitter- um den wahren Geschmack des Lebens verspüren zu lassen.

Roggenbrot.

Ein so leckeres Roggenbrot wie in Lettland gibt es nirgends und kann es nirgendwo geben! Denn den besonderen Geschmack machen unsere Geschichte, Erinnerungen, Träume und das Verständnis über die Ordnung der Sachen aus. Als eines der hervorragendsten und bedeutendsten Werte der Volkskultur ist Roggenbrot in den Kanon der lettischen Kultur eingebunden- als Wahrzeichen, als Karte der Geschmackserinnerungen, als Selbstbewusstsein und Einheit der Nation. Nicht umsonst ist das Roggenbrot das erste Lebensmittel, das in fremden Ländern lebende Kinder Lettlands so sehr vermissen.

Heutzutage ein nach Vorgehensweise der Vorfahren gegärtes und gebackenes Brot ist ein wiedergewonnener Schatz, der neben sich nur das Beste verlangt, was unser Boden, unsere Gärten, Wälder und unsere Arbeit hergibt. Das Brot hat das Allerbeste verdient, was die hervorragendsten Lebensmittel der Weltgastronomie und die avantgardistischen Denker anbieten. Ein Kuchen aus Roggenbrot ist das Einfachste, womit man anfangen kann.

 

Vogelbeeren.

Getrocknet und zu Pulver gerieben sind sie ein auserlesenes Gewürz zu verschiedenen Soßen und Marinaden, in Gelee oder in der Marmelade werden sie zum idealen Akzent für kalte oder warme Fleischgerichte oder zarten Käse, aufgesetzte Vogelbeeren entfalten das Beste, was eine Beere dem Alkohol geben kann. Natürlich, im Team von mehreren Beeren ist die Vogelbeere der richtige Helfer für Apfel im Kompott oder für Honig und Lindenblüten im heißen Tee, oder einfach- für Honig.

Vogelbeeren sind Beeren, die mehr Vitamin C als Zitronen, mehr Karotin als Karotten, mehr Eisen als Äpfel und dazu noch acht unersetzliche Aminosäuren haben. Und es ist gut, wenn man zur Zeit der Vogelbeeren zu einem Vogelbeeren Bad gehen kann- um sich mit einem Bündel der Ebereschenäste zu schlagen, eine Gesichtsmaske aus Vogelbeeren aufsetzt und ein Bad aus Vogelbeeren genießt.

 

Rüben.

Rüben oder Stoppelrüben sind das älteste Wurzelgemüse Lettlands, über den weitangelegten Anbau gibt es schon seit dem 5.Jahrhundert Informationen! Das älteste und das Wichtigste- bis zu der Zeit, als sich der Staat dem Anbau der modischen Agrarkultur Kartoffel zugewandt hat. Unsere Vorfahren haben Rüben und Kohlrüben meistens im Riegenofen gebacken oder zusammen mit Gerstengrütze gekocht oder sogar mit Kraut eingelegt, dann gegart, oft zusammen mit Bohnen, mit Speck verfeinert oder zum Fleisch serviert.

Es wird erzählt, dass die alten Römer einen Teil Gebühren von den Einwohnern der eroberten Territorien in Rüben verlangt haben. Wenn die Römer es bis Lettland geschafft hätten, würden sie sich nicht über Mangel an Rüben beschweren. Um einen Beitrag für die von den verantwortlichsten Köchen der Welt begonnenen Renaissance der alten und vergessenen Wurzelgemüsen zu geben, könnten wir für uns und auch für andere die Rübe entdecken- in Eintöpfen, Aufläufen, im Ofen gebacken, aber am besten im Salat mit geräuchertem Fisch und Nüssen. Was sonst, wenn nicht die Rübe, ist wie für uns geschaffen?